Persönliche SWOT-Analyse zur Führungs- und Teamentwicklung und zur persönlichen Entwicklung

Die SWOT-Analyse („Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats“) ist ein etabliertes, strategisches Instrument, das in verschiedenen Bereichen, wie Geschäftsplanung, Marketing, Projektmanagement und persönliche Entwicklung, verwendet wird.

Die Analyse dient dazu, eine umfassende Bewertung einer Organisation, eines Produkts, einer Idee oder einer Person durchzuführen, um deren interne Stärken und Schwächen sowie externe Chancen und Bedrohungen zu identifizieren. Eine persönliche SWOT-Analyse wird so auch zum wertvollen Werkzeug für die Selbsteinschätzung und Weiterentwicklung als Team-Mitglied oder Führungskraft.

Überblick: Warum Teams immer auch ein Führungsthema sind

Teams sind heutzutage die entscheidende Einheit in Unternehmen, in denen Arbeit entsteht, koordiniert und bewertet wird. Unabhängig von Branche oder Hierarchieebene zeigt sich eine klare Tatsache: Die Leistungsfähigkeit von Teams hängt weniger von einzelnen Methoden ab als von der Qualität der Führung, der Klarheit der Ziele und dem bewussten Umgang mit Menschen, Ressourcen und Erwartungen.

Dabei geht es nicht nur um Organisation und Struktur, sondern auch um die Personen in Führungsverantwortung. Führung wirkt immer – durch Entscheidungen, Prioritäten, Kommunikation und Haltung. Wer Teams entwickeln will, sollte deshalb nicht nur das Team alleine betrachten, sondern auch sich selbst. Eine strukturierte Übersicht über Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken hilft dabei, diese eigene Rolle realistisch einzuordnen.

Definition: Teams und Führung im Zusammenspiel

Eine hilfreiche Definition von Teams beschreibt sie als Gruppe von Menschen, die gemeinsam Ziele verfolgen, Aufgaben bearbeiten und auf diese Weise Verantwortung teilen. Führung bedeutet in diesem Kontext, eine Orientierung zu geben, Entscheidungen zu ermöglichen und Rahmenbedingungen zu gestalten, in denen die Zusammenarbeit aller Beteiligten wirksam wird.

Dabei ist Führung nicht rein funktional zu verstehen. Schließlich bringt jede Person individuelle Eigenschaften, Charakteristika, Fähigkeiten und Werte ein, die die Arbeitsweise des Teams oft stärker prägen als formale Regeln oder Prozesse.

Das verbindende Element: gemeinsame Ziele

Ziele sind das zentrale Thema und der wesentliche Bezugspunkt jedes Teams. Sie geben eine Richtung vor, schaffen Prioritäten und ermöglichen eine Bewertung. Ohne klare Ziele entsteht Aktivität ohne Wirkung. Besonders in komplexen Organisationen ist es entscheidend, Ziele regelmäßig zu klären, zu überprüfen und einzuordnen.

Dabei geht es nicht nur um operative Ziele, sondern auch um übergeordnete Ziele der Organisation. Führungskräfte stehen hierbei häufig vor der Herausforderung, unterschiedliche Ziele miteinander in Einklang zu bringen – persönliche Ziele, Ziele des Teams oder gesamten Personals sowie organisatorische Ziele.

Typische Fragen in diesem Zusammenhang sind:

  • Welche Ziele sind wirklich relevant?
  • Welche Ziele konkurrieren miteinander?
  • Welche Ziele lassen sich realistisch erreichen?
  • Welche Ziele dienen eher der Orientierung als der Messung?

Diese Fragen unterstützen Teams dabei, den Fokus zu halten und bewusste Entscheidungen zu treffen.

Strategien – durchdachte Wege hin zum Ziel

Strategien helfen, Ziele zu erreichen. Sie beschreiben den Weg, jedoch nicht in allen Details. In der Praxis zeigt sich, dass Strategien dann wirksam sind, wenn sie verständlich, anschlussfähig und überprüfbar sind. Strategieentwicklung ist deshalb kein einmaliges Unterfangen, sondern ein fortlaufender Prozess, der auf die Entwicklung des Arbeitsumfelds abzustimmen sind.

Für Führungskräfte bedeutet dies, Strategien nicht nur vorzugeben, sondern gemeinsam mit anderen zu entwickeln. Der Vergleich unterschiedlicher strategischer Optionen schärft die Perspektive und macht Potenziale sowie Bedrohungen sichtbar.

Faktoren für eine wirksame Teamführung

Wie gut Teams in der Praxis wirklich zusammenarbeiten, hängt von diversen Faktoren ab:

  • Klarheit über Ziele
  • Verfügbarkeit von Ressourcen
  • Passende Strategien
  • Gemeinsame Werte
  • Transparente Entscheidungen

Diese Faktoren wirken immer zusammen. Veränderungen an einer Stelle haben Auswirkungen auf andere Bereiche. Führung bedeutet daher auch, diese Zusammenhänge zu erkennen und bewusst zu gestalten, wobei die jeweiligen Charaktereigenschaften aller Team-Mitglieder einfließen sollten.

Werte als stabilisierendes Element

Werte sind der unsichtbare Rahmen der Zusammenarbeit. Sie beeinflussen Entscheidungen, Prioritäten und den Umgang mit anderen. In Teams zeigen sich Werte im Alltag – in Meetings, Konflikten und unter Druck.

Eine Organisation, die ihre Werte nicht lebt, verliert Orientierung. Führungskräfte sind hier Vorbilder. Ihre Entscheidungen machen Werte sichtbar oder entwerten sie. Umso wichtiger ist es in der Praxis, regelmäßig einen analytischen Blick auf den Status Quo des Unternehmens und der eigenen Person zu werfen. Praktische Tipps sind hierbei:

  • Regelmäßig innehalten und reflektieren
  • Fragen stellen statt vorschnell zu bewerten
  • Ressourcen realistisch einschätzen
  • Potenziale im Team sichtbar machen
  • Eigene Meinungen überprüfen und andere Perspektiven zulassen

Diese Tipps ersetzen natürlich keine Strategie, die stets individuell zu entwickeln ist, unterstützen Führungskräfte aber bei einer neuen, bewussten Vorgehensweise.

Klare Führung schafft neue Wege

Führung beeinflusst auch Karrierewege. Moderne Karrieren verlaufen selten linear, Skills, Lernbereitschaft und Erfahrung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Führungskräfte sollten diese Entwicklung ihres Personals unterstützen, statt sie zu blockieren.

Gleichzeitig lohnt sich der Blick auf die eigene Karriere: Welche Rolle will ich künftig einnehmen? Welche Fähigkeiten möchte ich entwickeln? Welche Werte sind mir wichtig? Teams wirksam zu führen, bedeutet zunächst, sich selbst zu kennen.

Ihre persönliche SWOT-Analyse und Darstellung über eine SWOT-Matrix bietet hierfür einen strukturierten Rahmen. Sie hilft, Potenziale zu erkennen, Bedrohungen ernstzunehmen und bewusste Entscheidungen zu treffen. Im Folgenden zeigen wir im Detail, weshalb sich diese spezielle Stärken-Schwächen-Analyse für Sie lohnt.

Ihr persönliches Führungsinstrument: die SWOT-Matrix

Die SWOT-Matrix ist ein bewährtes Instrument der Unternehmensplanung. Überträgt man sie auf eine Führungsperson, entsteht ein kraftvolles Reflexionswerkzeug. Ziel ist nicht Selbstoptimierung, sondern Klarheit über die eigene Wirkung im Team und in der Organisation.

Stärken – persönliche Potenziale nutzen

Dies sind die positiven internen Eigenschaften oder Ressourcen, die eine Organisation oder eine Sache auszeichnen. Stärken können beispielsweise Fachwissen, gute Reputation, finanzielle Stabilität, effiziente Prozesse oder innovative Produkte sein. Durch die Identifizierung von Stärken kann eine Organisation ihre Wettbewerbsvorteile besser verstehen und nutzen.

Stärken sind Potenziale, die bewusst genutzt werden sollten. Gleichzeitig ist eine ehrliche Bewertung wichtig, um Übertreibungen zu vermeiden. Eine Stärke kann in einem anderen Kontext zur Schwäche werden.

Schwächen – realistisch hinschauen

Schwächen sind interne Faktoren, die einer Organisation oder einem Konzept schaden können. Diese könnten begrenzte Ressourcen, mangelnde Fachkenntnisse, ineffiziente Prozesse oder schlechte Reputation sein. Die Identifizierung von Schwächen hilft dabei, Bereiche zu erkennen, die verbessert werden müssen, um Herausforderungen zu bewältigen.

Die Auseinandersetzung mit Schwächen ist Voraussetzung für wirksame Führungskräfteentwicklung. Teams akzeptieren Unvollkommenheit, aber sie reagieren sensibel auf Intransparenz.

Chancen – Entwicklung ermöglichen

Chancen sind externe Gelegenheiten oder Trends, die genutzt werden können, um die Ziele der Organisation zu erreichen. Diese könnten sich aus Marktveränderungen, technologischen Fortschritten, sich verändernden Kundenbedürfnissen oder regulatorischen Entwicklungen ergeben. Identifizierte Chancen können als Grundlage für zukünftige Strategien dienen.

Potenziale im Team bleiben oft ungenutzt, weil Führungskräfte zu stark auf bekannte Muster setzen. Wer Chancen erkennt, kann Ressourcen gezielt einsetzen und Entwicklung fördern.

Risiken und Bedrohungen – Wirksamkeit sichern

Bedrohungen sind externe Faktoren, die das Potenzial haben, negativen Einfluss auf die Organisation oder das Konzept auszuüben. Dies könnten wachsender Wettbewerb, sich ändernde Verbrauchertrends, wirtschaftliche Unsicherheiten oder rechtliche Hindernisse sein. Die Erkennung von Bedrohungen hilft dabei, Risiken zu minimieren und Gegenmaßnahmen zu planen.

Ein bewusster Umgang mit Bedrohungen erhöht die Handlungsfähigkeit. Die regelmäßige Betrachtung von Schwächen, Chancen und Risiken hilft, blinde Flecken zu vermeiden.

Wie lässt sich die SWOT Analyse zur Retrospektive nutzen?

Basierend auf den genannten Prinzipien eignet sich der Team-SWOT hervorragend als Tool für Retrospektiven. Er liefert ein komplexes Eigenbild des Teams zu seinen Stärken und Potenzialen im Unternehmen und am Markt. Darauf aufbauend wird das Team angeleitet ein Reframing (Umdeuten) der Schwächen und Risiken in Chancen und Möglichkeiten durchzuführen.

Ein solcher Team-SWOT ist geeignet, um in einem Teamprozess gemeinsam mit dem Team über seine Stärken und Potenziale im Unternehmen bzw. am Markt zu reflektieren. Daraus werden resultierende Chancen und Entwicklungsfelder erarbeitet. Gerade in der agilen Moderation geht es um eine ständige Reflexion des Teams hinsichtlich seiner Verbesserungspotentiale aus Kundensicht. Das Tool lässt sich bereits in einer fortgeschrittenen Forming-Phase der Teamentwicklung erfolgreich einsetzen.

Zielsetzung und Nutzen

Der Ablauf und die Inhalte des Team-Slots ermöglichen dem Team:

  • Zugriff auf ein strukturiertes Tool zur Reflexion
  • Bewusstes Erkennen von Stärken, Schwächen, Gefahren und Chancen
  • Gemeinsames Umwandeln der Schwächen und Risiken in Chancen
  • Stärkung vorhandener Stärken und Chancen
  • Erkenntnis über bislang ungenutzte Potenziale

Konkrete Hinweise zur Umsetzung der SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse in Ihrer ursprünglichen Form ist ein wichtiges Instrument des strategischen Managements und zugleich Grundlage vieler Marketingstrategien. Wir haben dieses Instrument in ein Tool zur strukturierten Reflexion über das Team in seinem Umfeld umgewandelt, genauso wie als komplexes Feedback-Instrument der Teammitglieder untereinander.

Die Analyse bietet gegenüber den herkömmlichen Stärken/Schwächen-Profilen zwei weitere wichtige Dimensionen. Es werden sowohl die Gefahren (Hindernisse, Stolpersteine, Externe Einflüsse, …) betrachtet und eingeschätzt, genauso wie Chancen (Möglichkeiten, ungenutzte Potenziale, Entwicklungsfelder, …) eruiert und bewertet werden. Daraus ergibt sich eine komplexe und vor allem konstruktive Reflexion, um neue Lösungen zu finden.

Der konkrete Ablauf im Überblick

  1. Sie führen die SWOT-Analyse als strategisches Managementverfahren ein und erläutern den Nutzen für eine komplexe Reflexion. Sie erklären die Abkürzungen und definieren gemeinsam mit dem Team die Begriffe Stärken, Schwächen, Gefahren und Chancen.
  2. Nach der gemeinsamen Definition der vier Felder der SWOT-Analyse teilen Sie das Team in Kleingruppen von 4 bis 5 Teilnehmern auf.
  3. Jede Kleingruppe erarbeitet innerhalb von 30 Minuten eine SWOT-Analyse anhand der Definitionen für das Team. Die Ergebnisse der Reflexion zu den 4 Feldern werden auf Moderationskarten von jeder Kleingruppe gesammelt.
  4. Nach 30 Minuten bitten Sie die Gruppen wieder zurück ins Plenum. Die Ergebnisse werden ergänzend präsentiert, zum Beispiel pinnt jede Gruppe ihre Karten (Ergebnisse/Bewertungen) an die Metawand, die von den vorherigen Gruppen noch nicht genannt wurden.
Chart mit dem Beispiel einer SWOT-Analyse von Claudia Thonet

Nachdem alle Gruppen ihre Ergebnisse präsentiert haben, leitet ihr eine strukturierte Ergebnisbetrachtung an:

  • Welche Stärken zeichnen das Team in seinem Umfeld aus?
  • Worauf kann sich das Team immer verlassen?
  • Was funktioniert besonders gut?
  • Worauf sind alle stolz?

Um die Schwächen und Risiken umzudeuten und daraus resultierende Chancen zu erkennen, stellt ihr dem Team folgende Fragen:

  • Welche Stärken helfen dem Team für die Bewältigung der Gefahren?
  • Welche Chancen resultieren aus den Schwächen?
  • Was für ungenutzte Potenziale verbergen sich in den Schwächen?
  • Welche Risiken sind Ziele, die gerade Kopfstand machen?
  • Was sind die wichtigsten Entwicklungsfelder, die das Team aktiv optimieren möchte?

Was sind typische Hürden und welche Tipps aus der Praxis helfen?

Bei den Stärken und Schwächen ist es wichtig, mehr Stärken als Schwächen zu identifizieren und zu visualisieren. Bei den Chancen und Gefahren ist die Perspektive von außen unerlässlich: Welche Chancen und Gefahren kommen vom Markt, den Kunden, der Digitalisierung etc. auf das Unternehmen zu?

Hier bereits bei der Planung einer SWOT-Analyse anzusetzen und sich die individuellen Anwendungsbereiche für das eigene Unternehmen bewusst zu machen, ist der richtige Ansatz. Es sollte eine offene Kultur der Kommunikation geschaffen werden, bei der (vermeintliche) Schwächen nicht als negativ bewertet werden, sondern lediglich als Ansatzpunkte, um neue Potenziale zu erschließen.

Dies gilt natürlich auch für die persönliche SWOT-Analyse, die Ehrlichkeit im Umgang mit den eigenen Stärken und Schwächen voraussetzt. Gerade bei der Führungskräfteentwicklung kann es schwerfallen, sich auf die eigenen, inneren Hürden einzulassen und zuzugeben, dass der Umgang mit Teams und der Belegschaft nicht immer optimal läuft. Hier ist die SWOT-Matrix besonders wertvoll, um vermeintlich „gute“ und „schlechte“ Eigenschaften richtig in Relation zueinander zu setzen und hierauf einen neuen, konstruktiven Ansatz für die Selbstführung und die Entwicklung der Teams aufzubauen.

FAQ zur persönlichen SWOT-Analyse

Warum ist die Analyse der eigenen Stärken und Schwächen so sinnvoll?

Ihre persönliche SWOT-Analyse hilft, Ihre Karriere gezielt zu steuern. Sie hilft dabei, individuelle Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken in Bezug auf Karriereziel zu definieren und kann in verschiedenen Karrieresituationen hilfreich sein, wie bei der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Die SWOT-Analyse sollte regelmäßig durchgeführt werden, um Veränderungen in den Stärken und Schwächen zu erkennen.

Welchen konkreten Nutzen hat die SWOT-Matrix?

Die SWOT-Matrix kann genutzt werden, um die Ergebnisse der Stärken-Schwächen-Analyse zu visualisieren. Die Matrix kann bei der Analyse der Stärken und Schwächen helfen, um persönliche Entwicklungsziele zu definieren und Strategien zur Verbesserung zu entwickeln, die sich so optisch einfacher erfassen lassen. Im Idealfall hilft die Matrix der SWOT-Analyse, Zeit und Energie auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich regelmäßig auf diese Inhalte berufen zu können.

Was lässt sich langfristig aus der SWOT-Analyse herausziehen?

Ein realistisches Bild der eigenen Stärken und Schwächen ist entscheidend für die Karriere und persönliche Entwicklung. Ihre Kenntnis verbessert die Position in Gehaltsverhandlungen, zudem kann die Identifizierung der Stärken und Schwächen helfen, Fehlentscheidungen bei der Karriereplanung zu vermeiden. Die SWOT-Analyse dient so als strategischer Kompass zur beruflichen Entwicklung und wird zu einem mächtigen Werkzeug für die berufliche Reise.

Erfasst die Analyse Hard Skills und Soft Skills gleichermaßen?

Ja, Hard Skills und Soft Skills fließen gleichermaßen in die Auswertung der Stärken-Schwächen-Analyse ein. Schließlich können die Stärken und Kompetenzen der eigenen Persönlichkeit auf fachlicher und menschlicher Ebene liegen. Für eine erfolgreiche Bewerbung, beim Coaching oder zur Weiterentwicklung als Führungskraft spielen sämtliche Skills eine essenzielle Rolle.

Claudia Thonet

Gründerin/Geschäftsführerin
Expertin für agile Transformation/agile Führung und Teams


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