So nutzt ihr Scrum im Vertrieb

Methoden – Teil 2: Warum Scrum im Vertrieb immer wichtiger wird

Hier ist der zweite Teil der Methoden-Journey und erläutert den Nutzen von Scrum im Vertrieb. Nach dem „Think New“, wie beispielsweise der im ersten Teil beschriebenen Customer Journey, brauchen Vertriebsteams eine agile Methode, um Ideen effektiv, schnell und selbstorganisiert umzusetzen und erfolgreich auf den Markt zu bringen.

Gerade in Zeiten von KI, Omnichannel und immer komplexeren Kundenbedürfnissen reicht klassisches Projektmanagement oft nicht mehr aus. Veränderungen entstehen heute gleichzeitig auf vielen Ebenen:

  • neue digitale Vertriebskanäle
  • steigende Kundenerwartungen
  • KI-gestützte Informationsbeschaffung
  • veränderte Zusammenarbeit
  • stärkere Kollaboration zwischen Bereichen
  • neue Service-Modelle
  • hybride Customer Journeys

Genau deshalb gewinnen iterative Vorgehensweisen wie Scrum-Projektmanagement massiv an Bedeutung. Scrum hilft Vertriebsteams dabei, komplexe Veränderungen Schritt für Schritt umzusetzen und gleichzeitig anpassungsfähig zu bleiben.

Warum sich der Vertrieb durch KI und Omnichannel massiv verändern muss

Der Vertrieb verändert sich aktuell radikaler als in vielen Jahrzehnten zuvor.

Früher lebte der klassische Verkäufer stark von seinem Informationsvorsprung. Heute recherchieren Kunden Produkte, Preise und Lösungen mit Hilfe von KI innerhalb weniger Sekunden selbstständig.

Der Kunde ist dadurch:

  • informierter
  • schneller
  • vergleichender
  • anspruchsvoller

Hinzu kommt Omnichannel.

Kunden wechseln heute selbstverständlich zwischen:

  • Außendienst
  • Innendienst
  • E-Commerce
  • Social Media
  • Chat
  • Website
  • Telefon
  • digitalen Beratungen

Und sie erwarten dabei eine konsistente Customer Experience.

Dadurch verändert sich die Zusammenarbeit in Vertriebsteams massiv. Der Außendienst wird zunehmend strategischer und beratender, während der Innendienst und digitale Vertriebskanäle deutlich an Bedeutung gewinnen.

Diese Veränderungen lassen sich kaum noch mit starren Projektplänen steuern. Genau hier hilft das Scrum-Framework.

Was ist SCRUM?

Scrum ist ein beliebtes und besonders in der IT verbreitetes Framework für agiles Projektmanagement. Scrum basiert auf drei Säulen: Transparenz, Überprüfung und Anpassung, die den empirischen Prozess unterstützen. Das Scrum-Framework eignet sich neben der Softwareentwicklung hervorragend für Produktentwicklung, Innovationsarbeit und inzwischen auch für moderne Vertriebsteams.

Scrum beschreibt nicht nur einen iterativen Prozess, sondern auch:

  • klare Rollen
  • Scrum-Artefakte
  • Scrum-Meetings
  • Interaktionen
  • Verantwortlichkeiten
  • Feedbackschleifen

Der Scrum-Guide definiert dabei die Grundprinzipien und Regeln des Frameworks.

Scrum hilft Teams vor allem dabei:

  • komplexe Veränderungen zu meistern
  • schneller auf Kundenbedürfnisse zu reagieren
  • Zusammenarbeit zu verbessern
  • Anpassungsfähigkeit zu erhöhen
  • Selbstorganisation zu fördern

Gerade der agile Vertrieb profitiert enorm von diesen Fähigkeiten, da die Scrum-Methode selbstorganisiertes Handeln fördert, wobei jedes Teammitglied Verantwortung für seine Aufgaben übernimmt.

Agiler Vertrieb, SCRUM-Ablauf, Scrum im Vertrieb - Claudia Thonet

Warum Scrum-Projektmanagement im Vertrieb immer wichtiger wird

Der Vertrieb arbeitet heute in einem hochdynamischen Umfeld.

Kundenbedürfnisse verändern sich ständig.
Neue Vertriebskanäle entstehen.
KI verändert das Kaufverhalten.
Anforderungen wechseln permanent.

Klassisches Projektmanagement stößt hier schnell an Grenzen, weil es häufig zu langsam und zu unflexibel ist.

Das Scrum-Projektmanagement setzt dagegen auf:

  • kurze Iterationen
  • schnelles Lernen
  • Transparenz
  • kontinuierliches Feedback
  • Selbstorganisation
  • enge Zusammenarbeit

Scrum hilft Vertriebsteams dadurch, Veränderungen nicht nur zu verwalten, sondern aktiv voranzutreiben.

Wo ist Scrum im Vertrieb besonders wirksam?

Scrum wurde ursprünglich in der Softwareentwicklung eingesetzt. Durch seinen klaren Aufbau eignet sich Scrum im Vertrieb jedoch hervorragend für:

  • neue Produkte
  • neue Dienstleistungen
  • Omnichannel-Projekte
  • Neukundengewinnung
  • Cross Selling
  • digitale Vertriebskanäle
  • KI-gestützte Vertriebsprozesse
  • Veränderungsprojekte
  • agile Transformationen

Gerade komplexe Veränderungen profitieren stark von iterativen Vorgehensweisen.

Warum das Scrum-Framework so stark auf Agilität einzahlt

Scrum ist aus meiner Sicht eines der Frameworks, das am stärksten auf agile Werte einzahlt.

Wenn das Scrum-Framework korrekt umgesetzt wird, fördert es automatisch:

  • Selbstorganisation
  • Transparenz
  • Anpassungsfähigkeit
  • Interaktion
  • Verantwortung
  • Teamgeist
  • kontinuierliche Verbesserung

Gerade die gleichberechtigten Rollen im Scrum-Prozess verändern klassische Hierarchien erheblich.

Das macht Scrum im Vertrieb so spannend.

Die drei zentralen Rollen im Scrum-Prozess

Der Product Owner

Der Product Owner vertritt die Kundenperspektive, ist somit verantwortlich für die Maximierung des Produktwertes (Kundenzufriedenheit) und priorisiert die Anforderungen im Product Backlog.

Im Vertrieb bedeutet das:

  • Kundenbedürfnisse verstehen
  • Prioritäten setzen
  • Anforderungen formulieren
  • Mehrwert definieren
  • Stakeholder abstimmen

Gerade in Omnichannel-Projekten ist diese Rolle enorm wichtig.

Der Scrum Master

Der Scrum Master ist verantwortlich für den Scrum-Prozess. Er fungiert als Moderator und Coach und unterstützt das Vertriebsteam dabei, Hindernisse zu beseitigen.

Er fördert:

  • Zusammenarbeit
  • Interaktion
  • agile Arbeitsweisen
  • Selbstorganisation
  • kontinuierliche Verbesserung

Gerade in Transformationsprozessen ist der Scrum Master oft ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Das Vertriebsteam

Das Vertriebsteam (auch Entwicklungsteam) arbeitet crossfunktional, selbstorganisiert und verantwortlich für die Umsetzung der Aufgaben aus dem Sprint-Backlog, wobei es die Freiheit hat, kreative Lösungen zu finden.

Das bedeutet:

  • gemeinsame Verantwortung
  • unterschiedliche Kompetenzen
  • enge Zusammenarbeit
  • schnelle Abstimmungen
  • hohe Transparenz

Gerade moderne agile Sales Teams profitieren enorm von dieser Form der Zusammenarbeit.

Wie läuft Scrum im Vertrieb konkret ab?

Crossfunktionale Vertriebsteams bilden

Beim Scrum im Vertrieb werden fünf- bis neunköpfige, crossfunktionale und selbstorganisierte Teams gebildet.

Diese Teams vereinen:

  • Außendienst
  • Innendienst
  • Marketing
  • Service
  • digitale Vertriebskompetenz
  • Produktwissen

Dadurch entsteht eine wesentlich bessere Zusammenarbeit entlang der gesamten Customer Journey.

Das Product Backlog erstellen

Alle Anforderungen werden aus Kundensicht formuliert und im Product Backlog gesammelt.

Das Product Backlog bzw. Sales Backlog gehört zu den wichtigsten Scrum-Artefakten und ist eine geordnete Liste aller potenziellen Chancen, Leads und strategischen Projekte.

Dort werden:

  • Ideen
  • Anforderungen
  • Verbesserungen
  • Kundenwünsche
  • neue Funktionen
  • Omnichannel-Anforderungen

…priorisiert und verwaltet.

Der Product Owner pflegt und priorisiert das Product Backlog kontinuierlich.

User Stories im Vertrieb formulieren

Im Scrum-Prozess werden Anforderungen häufig als User Stories formuliert.

Dadurch bleibt der Fokus konsequent auf den Kundenbedürfnissen.

Eine typische User Story könnte lauten:

„Als Kunde möchte ich kanalübergreifend beraten werden, damit ich unabhängig vom Vertriebskanal dieselbe Qualität erhalte.“

Gerade in Zeiten von KI und Omnichannel hilft diese Perspektive enorm.

Sprint-Planning: Die Arbeit planen

Im Sprint-Planning entscheidet das Vertriebsteam gemeinsam:

  • welche Aufgaben umgesetzt werden
  • welche Prioritäten gelten
  • welche Ziele erreicht werden sollen

Dabei entsteht das Sprint Backlog.

Das Sprint-Planning ist eines der wichtigsten Scrum-Meetings, weil hier Fokus und Struktur entstehen.

Das Sprint Backlog

Das Sprint Backlog enthält alle Aufgaben, die innerhalb des Sprints umgesetzt werden sollen.

Es macht die Arbeit transparent und hilft Vertriebsteams dabei:

  • Prioritäten sichtbar zu machen
  • Engpässe zu erkennen
  • Zusammenarbeit zu strukturieren

Gerade bei komplexen Vertriebsprojekten entsteht dadurch enorme Klarheit.

Arbeiten im Sprint

Der Sprint ist eine kurze Arbeitsphase von meist zwei bis vier Wochen.

Während des Sprints:

  • bleiben Anforderungen stabil
  • arbeitet das Team fokussiert
  • entstehen konkrete Ergebnisse
  • werden Teilprodukte entwickelt

Diese iterative Vorgehensweise erhöht die Anpassungsfähigkeit enorm.

Gerade bei Veränderungen durch KI, Omnichannel oder neue Vertriebsmodelle ist das ein großer Vorteil.

Scrum-Meetings im Vertrieb

Daily Scrum

Im Daily tauscht sich das Vertriebsteam täglich kurz aus:

  • Was wurde erledigt?
  • Was wird heute bearbeitet?
  • Wo gibt es Hindernisse?
  • Wo braucht jemand Unterstützung?

Das Daily verbessert:

  • Transparenz
  • Zusammenarbeit
  • Interaktion
  • Geschwindigkeit

Sprint-Review

Im Sprint-Review werden Ergebnisse vorgestellt und Feedback eingeholt.

Gerade im Vertrieb ist das enorm wichtig, weil Kundenbedürfnisse sich schnell verändern.

Im Sprint-Review können:

  • Stakeholder Feedback geben
  • Anpassungen beschlossen werden
  • neue Anforderungen entstehen
  • Vertriebskanäle überprüft werden

Das Sprint-Review stärkt dadurch die Anpassungsfähigkeit der gesamten Vertriebsorganisation.

Scrum-Retrospektive

Die Scrum-Retrospektive gehört zu den wichtigsten Scrum-Meetings überhaupt.

Hier reflektiert das Vertriebsteam:

  • Zusammenarbeit
  • Kommunikation
  • Interaktion
  • Hindernisse
  • Prozesse
  • Teamdynamik

Gerade in Veränderungsprozessen durch KI, Omnichannel und agile Transformationen hilft die Scrum-Retrospektive dabei, kontinuierlich besser zu werden.

Warum Scrum-Artefakte so wichtig sind

Zu den zentralen Scrum-Artefakten gehören:

  • Product Backlog
  • Sprint Backlog
  • Inkrement

Diese Scrum-Artefakte schaffen:

  • Transparenz
  • Klarheit
  • Fokus
  • gemeinsame Prioritäten

Gerade in komplexen Vertriebsorganisationen sind sie enorm hilfreich.

Wie Scrum die Transformation im Vertrieb unterstützt

Der Vertrieb steht aktuell unter enormem Veränderungsdruck.

KI verändert das Kaufverhalten.
Omnichannel verändert Vertriebskanäle.
Digitale Plattformen verändern die Zusammenarbeit.
Kundenbedürfnisse verändern Produkte und Services.

Scrum hilft dabei, diese Veränderungen iterativ umzusetzen.

Das Scrum-Framework ermöglicht:

  • kleine Schritte statt Großprojekte
  • schnelle Anpassungen
  • kontinuierliches Lernen
  • höhere Beweglichkeit
  • mehr Selbstorganisation

Dadurch wird die Transformation deutlich wirksamer.

Typische Hindernisse bei Scrum im Vertrieb

Scrum But

Das typische Hindernis wird oft als „Scrum But“ bezeichnet.

„Wir machen Scrum, aber …“

Dabei werden:

  • Rollen verändert
  • Scrum-Meetings gestrichen
  • Scrum-Artefakte ignoriert
  • Regeln aufgeweicht

Dann verliert Scrum allerdings einen großen Teil seiner Wirkung.

Wenn der Product Owner keine Zeit hat

Ein typisches Problem entsteht, wenn der Product Owner nicht ausreichend verfügbar ist.

Gerade im Vertrieb blockiert das schnell:

  • Entscheidungen
  • Prioritäten
  • Kundenfeedback
  • Abstimmungen

Der Product Owner braucht deshalb ausreichend Zeit und Klarheit.

Neue Anforderungen mitten im Sprint

Natürlich müssen Vertriebsteams flexibel bleiben.

Trotzdem lehnt Scrum permanente Änderungen innerhalb eines laufenden Sprints bewusst ab.

Warum?

Weil sonst:

  • Fokus verloren geht
  • Chaos entsteht
  • Ineffizienz steigt
  • Ergebnisse ausbleiben

Mein Vorschlag:
Lieber kürzere Sprints wählen und danach neue Anforderungen aufnehmen.

Warum Scrum-Meetings niemals gestrichen werden sollten

Ein häufiger Fehler ist das Weglassen zentraler Scrum-Meetings.

Doch genau diese Meetings bilden das Herzstück des Scrum-Prozesses.

Denn dort entstehen:

  • Interaktion
  • Transparenz
  • Zusammenarbeit
  • Reflexion
  • kontinuierliche Verbesserung

Ohne diese Interaktionen wird Scrum schnell zu reinem Aufgabenmanagement.

Fazit: Scrum macht Vertriebsteams beweglicher

Scrum macht Vertriebsteams:

  • wendiger
  • transparenter
  • anpassungsfähiger
  • kundenorientierter
  • selbstorganisierter

Gerade in Zeiten von:

  • KI
  • Omnichannel
  • digitalen Vertriebskanälen
  • steigender Komplexität
  • schnellen Veränderungen

…hilft das Scrum-Framework dabei, Transformation wirksam voranzutreiben.

Agile Arbeitsweisen erhöhen nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern auch:

  • die Team Performance
  • die Zusammenarbeit
  • die Interaktion
  • die Anpassungsfähigkeit
  • die Innovationskraft

Claudia Thonet

Gründerin/Geschäftsführerin
Expertin für agile Transformation/agile Führung und Teams


nach oben