Serie Retrospektiven • Teil 3: Was ist die Heißluftballon-Retro? 

Die Heißluftballon-Retro eignet sich für Teams ab der Storming-Phase. Anhand der Metapher eines steigenden Heißluftballons wird die Zusammenarbeit und die Umfeld-Einflüsse auf ein Team reflektiert und sichtbar gemacht. 

Was ist die Heißluftballon-Retrospektive? Blogbeitrag

Wozu dient sie? 

Es dient der Betrachtung fördernder und hemmender Aspekte, die in irgendeiner Weise auf das Team einwirken. Außerdem schärft die Methode die Orientierung und Ausrichtung auf die Strategie. Das Team reflektiert sowohl seine Vision und seine Ziele durch die Frage „Was lässt uns steigen?“ wie auch seine Bremsklötze und Hemmnisse mit der Frage: „Was sind unsere Sandsäcke? Was hält uns am Boden?“. Durch die Metaphorik hat das Team sehr schnell gedankliche und emotionale Vorstellungen und Antworten zu den verschiedenen Fragen. 

Gleichzeitig sorgt die Fragestellung „Wo müssen wir mehr einheizen?“ für Selbstwirksamkeit des Teams und verhindert Schuldzuweisungen. 

Warum wird sie eingesetzt? 

In der Alltagsroutine arbeitet das Team vorwiegend an operativen Themen und an der Kooperation untereinander. Von Zeit zu Zeit ist es deswegen wichtig, nicht nur im Team sondern auch am Team zu arbeiten. Das Team betrachtet anhand des Ballons sich selbst aus einer Art Vogelperspektive und kann dadurch neue Erkenntnisse gewinnen. 

Wie läuft es ab? 

  • Zeichnet einen Heißluftballon auf eine Flipchart, Metawand oder auf ein Kollaborationsboard und fügt Wolken als Ziele und Sandsäcke als Hindernisse hinzu. 
  • Formuliert gemeinsam mit dem Team welche strategischen Ziele auf den Wolken stehen sollen. Was ist die Ausrichtung des Ballons? Wohin will er aufsteigen? 
  • Stellt den Timer auf 5 Minuten. Dann lasst jedes Teammitglied für sich alleine zu folgenden Fragen Notes schreiben: 
    • Was lässt uns steigen?
    • Was bringt uns vom Kurs ab? 
    • Was hält uns am Boden oder zieht uns nach unten? 
    • Wo müssen wir mehr einheizen? 
  • Wir nutzen gerne unterschiedliche Farben für die Fragen- dann sind die Notizen für die Teilnehmer und später auch für das Team, leichter den 4 Fragen zuzuordnen. 
  • Anschließend lasst ihr entweder die Notizen von jedem visualisieren und mit kurzer Erklärung präsentieren oder ihr lasst erst die Beiträge in Kleingruppen (2–3) austauschen und diskutieren bevor es im Plenum ausgetauscht wird. 
  • Nach dem Austausch entscheidet sich das Team für mindestens eine konkrete Handlung, ein Action Item, zur Verbesserung der Zusammenarbeit. welches bis zur nächsten Retro umgesetzt wird. 

Was sind typische Hürden, und welche Tipps aus der Praxis helfen? 

Je nach Teamklima ist es uns schon passiert, dass viel mehr Sandsäcke (Was zieht uns nach unten?) als andere Notizen gemacht wurden und der Ballon zum Frustablassen von Themen, die nicht im Einflussbereich des Teams lagen, genutzt wurde. Deswegen stellen wir gerne die Frage nach Themen, die im Team Spielfeld liegen. 

Wie funktioniert es in der Online-Variante? 

Für die Online-Variante des Ballons braucht ihr eine Plattform auf der ein Ballon dargestellt werden kann und die Teilnehmer Notes schreiben können. Dann funktioniert die Moderation analog wie in Präsenz. 

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